Gartenthemen 2: Stockrosen – der Inbegriff des Sommergartens

Sie sind die Zierde eines jeden Land- oder Bauerngartens – die Stockrosen! Mit ihren langen Blütenähren die mitunter bis zu 3 Meter hoch werden können, scheinen sie zum Himmel wachsen zu wollen. Jetzt in Juli und August zeigen sie sich in schönster Blüte und sehr unterschiedlicher Farbpracht. Wenn man sie sich genauer betrachtet, sieht man eindeutig die Verwandtschaft zu den Malven. Stockrosen gelten aber als kompliziertes 
Mitglied der Malven-Familie.

Pinkfarbene Stockrosenblüte mit einer Hummel am Blütenstamm

Schönheiten für den sommerlichen Landgarten

Stockrosen können auf eine sehr lange Gartengeschichte zurück blicken. Ursprünglich stammen sie aus dem Mittelmeerraum und wanderten nach und nach in unsere heimischen Gärten. Die Farbvielfalt entwickelte sich auch durch Züchtungen immer weiter. Sie lieben naturnahe
Gärten, in denen sie sich immer wieder selbst aussäen.

Diese aufrechten Sommerblüher darf man von Juni bis September in den Gärten bewundern. Sie werden gern bis zu 2 Meter hoch und bilden bis zu 10 Zentimeter große Blüten aus. Beliebt sind die Sorten mit gefüllten Blüten , die allerdings eher nur zweijährig blühen. Die „einfach“ blühenden Stockrosen bleiben dem Garten durchaus länger als nur zwei Jahre erhalten. Rechtzeitig, bevor die Pflanzen eingehen, versamen sie sich aber selbst. Möchten Sie die Lebenszeit Ihrer Stockrosen ein bisschen verlängern, dann sollten Sie die Blütenstände direkt nach dem Abblühen entfernen und die Pflanze zurück schneiden. So bildet sie keine Samen mehr und wird dafür im folgenden Jahr wieder blühen.

Der ideale Standort in Ihrem Garten 

Stockrosen mögen Sonne und einen nährstoffreichen, humosen, aber trockenen Boden, und sie lieben es wind- und regenwassergeschützt. Möchte man sie selber aussäen, kann man den Samen direkt nach dem Sammeln und etwas Trocknungszeit in die Erde bringen. Er sollte gut mit Erde bedeckt sein und der Boden darüber etwas angedrückt werden. Eventuell muss man später die Pflanzen, die zu dicht stehen, etwas vereinzeln. Idealerweise sollten sie – durchaus in kleinen Gruppen – mit einem Abstand von 40 – 60 Zentimetern auseinander gepflanzt werden. So haben sie mehr Luft und können besser abtrocknen.

Leider sind die Stockrosen, beziehungsweise ihre Blätter, oft anfällig für den sogenannten Malvenrost. Sie verfärben sich gelblich und bekommen richtiggehend Roststellen und Löcher. Befallene Blätter sollten möglichst rasch entfernt werden und über den Hausmüll eRosafarbene Stockrosenblüte mit Hummelntsorgt werden.

 

Meine eigenen Erfahrungen mit dieser traditionellen Sommergartenpflanze

Von Ilka Wohl: Ich habe mir vor zwei Jahren Samen von meiner Nachbarin Martha, einer 88-jährigen Bäuerin mit großer Gartenerfahrung besorgt. Den Samen habe ich zum Herbst in die Erde gebracht. Es bildeten sich im nächsten Jahr einige Pflanzen aus – darauf war ich schon mal mächtig stolz. Aber sie blühten nicht… Meine Nachbarin riet mir, Ruhe zu bewahren. „Die blühen im nächsten Jahr, du wirst es sehen“, sagte sie zu mir. Und genau so kam es. In diesem Jahr habe ich Stockrosen mit Blütenähren von über 2 Metern Höhe in Farben von zarten Gelb über Apricot und Rosa bis hin zu einem kräftigen Pink. Ich freue mich immer wieder über die Pflanzen und beobachte sehr gern Hummeln und Bienen wie sie ihren Nektar in den großen Blüten sammeln. Allerdings sind auch meine Stockrosen natürlich nicht vom Malvenrost verschont – ich habe den Anfängerfehler gemacht und sie wohl zu eng gepflanzt.