Gartenthemen 3: Essbare Blüten erobern Deutschlands Kochtöpfe

Aus dem Garten auf den Esstisch – essbare Blüten

Alles Deko oder was? Mitnichten. Gänseblümchen, Stiefmütterchen & Co erobern die Kochtöpfe. In der orientalischen Küche sind essbare Blüten kaum wegzudenken – aber auch in unserer heimischen Küche gewinnen sie an Terrain.

Rosen nicht nur zur Dekoration

Blumen essen? Wirklich? Natürlich! Rosenblätter zum Beispiel kennen wir schon länger als essbares Highlight in der Gourmet-Küche. Gerne werden sie zum Veredeln von Sekt, Champagner, einer Bowle oder einem Likör genommen – und es hat noch einen Nebeneffekt, es sieht gut aus. Rosenblätter geben Wildgerichten eine besondere Note und werden gern in Schokolade oder Gebäck und Eis verarbeitet. Als essbare Dekoration werden sie über Hauptspeisen, Salatvariationen oder Desserts gestreut.

Essbare Blüten sind bedenkenlos zu genießen  – alle ungespritzten Duftrosen  können verzehrt werden. Bauern-, Hunds-, Kartoffel- oder Gebirgsrosen zählen dazu. Wildrosen zeichnen sich durch einen leicht süßlich-zarten Geschmack aus, andere Rosensorten schmecken eher süßsauer. Rosenblätter sind sehr nährstoffreich: Vitamin A, natürliches Vitamin C sowie die Vitamine B1 und B2 tragen somit auch zu gesunder Ernährung bei.

Der eigene Garten bietet viele essbare Blüten

Gänseblümchen, Mohn, Chrysanthemen oder Dahlien etwa sind nicht nur dekorativ sondern auch essbar. Gänseblümchen besitzen eine leicht nussige Note und veredeln jeden Salat. Begonien, Herbstastern, Duftgeranien, Holunder, Jasmin, Löwenzahn, Lavendel oder Passionsblume – alle Blüten sind genießbar. Vorausgesetzt, sie sind nicht mit Pestiziden belastet und sie stehen nicht an starkbefahrenen Straßen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen: zum Beispiel den Fingerhut – seine Blüten sind äußerst giftig! Oder etwa Rittersporn, Oleander, Akelei, die Herbstzeitlose oder die Blüten von Tomaten und Kartoffeln. Seien Sie sich immer sicher, dass Sie die Blüte kennen und sie essbar ist.

Die Ernte der Blüten

Idealerweise wird nach dem Morgentau vor der Mittagshitze geerntet – kurz vor dem beabsichtigten Verzehr. Blüten verwelken rasch und verlieren ihr Aroma. Nehmen Sie die frischesten Blüten und entfernen Sie alle grünen Pflanzenteile (sie könnten bitter schmecken) sowie Stempel und Staubgefäße. Waschen Sie die Blätter gut und tupfen Sie sie  mit Küchenkrepp etwas ab.

Was passt wozu

Probieren Sie sich durch Ihren Blütengarten. Kapuzinerkresse hat toll leuchtende orangefarbene Blütenblätter, aber sie besitzen einen Rettichgeschmack und passen daher nicht unbedingt zu Schokolade oder süssen Speisen. Da gibt es andere „süsse“ Blüten.

Bitte nicht aus der freien Natur

Lassen Sie den Hummeln, Bienen und anderen Insekten ihre Lebensgrundlage. Was auch immer Sie Blühendes verspeisen möchten – bauen Sie es selbst in Ihrem eigenen Garten an. Beet oder Topf sind dabei egal – Blumenbeete bevorzugen mageren Boden, in die Töpfe sollten Sie Bio-Erde geben. Düngen Sie mit Bedacht – je zurückhaltender, desto früher und besser die Blütenernte.

Eine Liste der essbaren Blüten

Damit Sie sicher sein können, welche Blüten essbar sind, finden Sie hier eine Auflistung: Schafgarbe (Achillea), Anisysop (Agastache), Lauch (Allium), Eibisch (Althea), Steinkraut (Alyssum), Ochsenzunge (Anchusa), Dill (Anethum), Kamille (Anthemis), Löwenmaul (Antirrhinum), Begonie (Begonia), Gänseblümchen (Bellis), Borretsch (Borago), Ringelblume (Calendula), Kornblume (Centaurea), Disteln (Cirsium), Kosmeen (Cosmea), Kürbisse/Zucchini (Cucurbita), Dahlien (Dahlia), Nelken (Dianthus), Fenchel (Foeniculum), Fuchsien (Fuchsia), Gladiole (Gladiolus), Sonnenblumen (Helianthus), Taglilien (Hemerocallis), Funkien (Hosta), Ysop (Hyssopus), Lavendel (Lavandula), Magnolien (Magnolia), Apfel/Zierapfel (Malus), Minze (Mentha), Indianernessel (Monarda), Vergissmeinnicht (Myosotis), Basilikum (Ocimum), Origanum (Oreganum), Pfingstrose (Paeonia), Pelargonien (Pelargonium), Petunien (Petunia), Gartenbohne (Phaseolus), Primeln (Primula), Rosen (Rosa), Rosmarin (Rosmarinum), Salbei (Salvia), Schw. Holunder (Sambucus nigra), Stiefmütterchen (Viola), Beinwell (Symphytum), Flieder (Syringa), Löwenzahn (Taraxacum), Thymian (Thymus), Kapuzinerkresse (Tropaeolum), Tulpe (Tulipa), Königskerzen (Verbascum), Veilchen (Viola), Yucca (Yucca).

 

Essbare Kapuzinerkresse-Blüten auf einem Salat dekoriert