Gartenthemen 4: Gärten und Parks – für 70+

Gastbeitrag zum Thema Gärten und Parks – für 70+

Älter geworden verändert sich die Wahrnehmung: Das Gesichtsfeld ist eingeschränkt, das Sehen wird milchiger und gelblicher, der Kopf beim Gehen oft gesenkt.

Das muss man wissen, gestaltet man einen Garten für ältere Menschen.
Wichtig ist – neben Barrierefreiheit -, dass Wege in einem mitteldunklen bzw. dunklen Ton gehalten sind. Das gibt wegen der Helligkeit des Himmels oben gute Orientierungsmöglichkeit. Oben und unten sind leicht unterscheidbar – das steigert die Mobilität und das Sicherheitsgefühl.

Gärten und Parks – Kontraste schaffen

Und, weil helle Farben (vor allem blasse Pastellfarben) nicht wahrgenommen werden, ist es ganz wichtig, gute Farbkontraste zu schaffen. Das gibt die Chance sich zu orientieren. Auch lässt es Hindernisse (Zaunpfahl, Wandvorsprung etc.) erkennen.

Man nennt das Visuelle Barrierefreiheit. Sie verhilft dazu, dass der Mensch lange mobil bleibt oder wieder wird – nach Unfall oder OP.

Für alte Menschen, insbesondere falls sie dement sind, ist es ganz wichtig, dass Pflanzen an früher erinnern. Da ist die exotische noch so schöne Pflanze nichts – aber man kennt Vergissmeinnicht, Margereten und Astern. Auch hier gilt: stärkere Farben und Farbkontraste sind besser wahrnehmbar.

 

Hochbeete sind ideal für den älter werdenden und alten Menschen – das schont Knie und Rücken. Und es vermeidet Sturzgefahr. Ideal ist, die Hochbeete unterfahrbar zu machen – für Rollator oder Rollstuhl. Die Arbeit im Kräuter- oder Gemüse-Hochbeet belebt den Senior – vor allem auch der gute, heilsame Duft und die Freude daran, die gehegten Pflanzen auch essen und vielleicht sogar zubereiten zu können. Über den Geruchssinn werden so auch alte Erinnerungen angetriggert.

Für bettlägerige Menschen ist eine Liegend-Terrasse ein Genuss und regt die so vernachlässigten Sinne an: Pflanzen, Farben, Düfte etc. müssen in idealer Höhe angesiedelt sein.  

Gärten und Parks – Angelegt für Menschen mit Demenz

Demenzkranken baut man am besten einen – gerne auch verschlungenen – Rundweg im Park oder Garten. So kommen Sie gut wieder zum Haus zurück. In Senioren- und Pflegeeinrichtungen bewährt sich auch der Trick der Bushaltestelle. So sammeln sich die Patienten dort und können aufs Zimmer geleitet werden. Die alten Erinnerungen machen es möglich.

Und wenn man verhindern will, dass der Demenzkranke aus dem Garten entwischt. Die Fluchttendenz kann man u.a. damit eindämmen, indem man über optische Tricks gar kein Gefühl einer Tür schafft. Wenn die Ausgangstür in Farbe der umgebenden Wand ist, sieht der alte Patient das nicht – also ideal, um einen Demenzkranken nicht auf die Idee des Weggehens zu bringen. Wenn vor dieser Tür im Boden ein schwarz gepflasterter Bereich ist, wirkt das für ihn wie ein Loch. Der Demenzkranke mag nicht darüber steigen. So entsteht Sicherheit für Mensch und Pflegenden.

Und was hält den alten Menschen fit?

Es gibt Senioren-Sportgeräte, die dauerhaft in einem Park aufgebaut werden können.

Und ansonsten Natur, Bewegung in der Natur – ob durch leichte Gartenarbeit oder einen Spaziergang auf barrierefreien Wegen, mit vielen Pausenplätzen zwischendurch.

 

Autorin:

Elisabeth Vogel
DIEVogelPERSPEKTIVE
neuRAUMdesign.FengSHUI
www.dievogelperspektive.de
info@dievogelperspektive.de
Hannover . Garmisch-Partenkirchen