Gartenthemen 5: Ein Garten für Bienen & Hummeln

Gestalten Sie Ihren Garten bienengerecht

Insekten sind so wichtig für unseren Garten, besonders die Honigbienen und die Hummeln. Ganz abgesehen davon, dass die Bienen uns mit Honig versorgen, haben sie noch andere, wichtige Aufgaben im Garten. Aber ihr Lebensraum und ihr Nahrungsangebot sind bedroht.

Das Leben und damit die Nahrungssuche sind nicht einfach für Biene, Hummel & Co. Aber besonders dann, wenn die kühlen Herbsttage da sind, wird es wirklich schwierig. Jetzt müssen sie noch viel Futter – also Blütenstaub und Nektar –  für den Wintervorrat sammeln. Nun muss im Bienenstock noch Honig für das Volk produziert werden. Für die Hummeln gilt Gleiches. Für sie ist der Herbst die wichtigste Zeit, nun geht es bei ihnen um Vermehrung und um neue Königinnen. Jetzt sind sie auf Nahrung in Form von Blütenstaub der Spät- und Langblüher angewiesen. Um es noch mal deutlich zu machen: Die Bienen unter den Nektar-Sammlerinnen steuern auf einem Erntezug zwischen 200 – 300 Blüten an und sie starten bis zu 30 Mal pro Tag! Das bedeutet also einen großen Bedarf an Blumen und Blüten. In Zahlen umgesetzt brauchen Bienen für ein Pfund Honig drei Flugrunden um die Erde… 

Bienenfleißig – daher kommt das Wort

Jetzt im Herbst heißt es also für Bienen und Hummeln Vorräte anzulegen und fleißig zu sein. Aber jetzt gibt es kaum noch Blühendes – weder auf den Äckern noch in den Gärten.  Allerdings würde ohne sie der Kreislauf der Natur nicht funktionieren! Im Garten würde es dann weder Obst oder Gemüse noch Blumen geben. So sind unsere heimischen Nutzpflanzen wie etwa Äpfel, Tomaten oder Raps zu 80 Prozent auf die Bestäubungsdienste der Honigbiene angewiesen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Bienen an dritter Stelle der wichtigsten Nutztiere rangieren! Deswegen sollten wir Maja & Co helfen und unsere Gärten in Lebensräume mit ausreichend Nahrungsquellen für Insekten verwandeln.

 Rosafarbene Stockrosenblüte mit Hummel
Honigbienen und ihre Lebensbedingungen

Monotonie auf den Äckern und in den Gärten macht es den fleißigen Bienchen immer schwerer. Wiesen werden mehrfach im Jahr gemäht und die Gärten werden immer „pflegeleichter“, das heißt, kaum Blühendes, kaum Abwechslung und damit kaum Nahrung. Aber – Gefahr erkannt, Gefahr gebannt – mittlerweile gibt es wieder häufiger Sonnenblumen-Äcker, Wildblumen-Ackerrandbeflanzungen oder etwa spezielles Saatgut für den Garten. Imkern ist zu einem neuen “In-Hobby” avanciert und macht deutlich, wie sehr das Interesse an den Bienen und ihrem “Produkt” Honig gestiegen ist. All das trägt dazu bei, dass es die Insekten nun wieder etwas leichter haben.

Bienen und Hummeln brauchen eine große Pflanzenvielfalt und das vom Frühjahr bis zum Herbst. Jeder kann daheim, ob großen Garten oder kleinen Balkon, ein Bienengerechtes Paradies schaffen. Ideal sind bienenfreundliche Gehölze, Stauden und Blumen, deren Blüten ungefüllt sind, damit Pollen und Nektar leicht zu erreichen sind.

Sogenannte Bienenweide-Saatmischungen bieten etwa Mohn, Malve, Kornrade bis in den Spätsommer hinein. Perfekte Balkonpflanzen sind Vanilleblumen, Lobelien, Steinkraut und vieles mehr. Die Blüten der beim Menschen so beliebten Kräuter wie Lavendel, Thymian oder Salbei stehen bei den Bienen auch hoch im Kurs. Die herbstlichen Gartenlieblinge Fetthenne, Sonnenhut und Aster garantieren den Bienen auch im Herbst noch Blütenstaub und Nektar.

Das Leiden der Hummeln

Die Hummeln – auch im Pflanzenbestäubungsdienst tätig – haben es noch etwas schwerer. Auch sie finden schlecht Nahrung und das zu einer Phase, wo es besonders um die Vermehrung geht. Stadthummeln leiden darunter, dass in Parks und Gärten oft nur früh blühende Pflanzen stehen. Ist deren Zeit vorbei, fängt die blütenarme und damit nahrungsarme Zeit an. Dann ist ein leider immer wieder kehrendes Massensterben der Hummelvölker zu beobachten. 

Darum: Mehr Blumen und eine große Sortenvielfalt in Gärten und am Wegesrand! Ideal ist dabei immer, mehr Pflanzen einer Sorte zu setzen und trotzdem eine Monokultur zu vermeiden. Ganz wichtig für die Gelb-Schwarzen Brummer ist es, dass die Gärten bei trockenen und heißen Sommern, ausgiebig gewässert werden. So können Pflanzen den lebenswichtigen Nektar produzieren.

Was soll es denn im Garten sein, liebe Biene?

Sie schätzt die ungefüllten Blüten – das ist einfach und schnell an Blütenstaub und Nektar zu kommen.  Dagegen sind gezüchtete Geranien, Dahlien oder Gartenchrysanthemen wunderhübsch anzusehen, bieten aber wenig bis kaum Nahrung für Bienen und Hummeln. Ideal ist eine Zusammenstellung von nahezu ganzjährig blühenden Pflanzen, denn besonders außerhalb des Sommers gibt es kaum etwas zu holen für Maja & Co. Sowohl im Garten als auch in Blumenkästen auf dem Balkon können Sie Bienen und Hummeln etwas bieten. Zusätzlich freuen diese sich auch über Nisthilfen und Wildbienenhotels. Nebenbei bemerkt ist es auch spannend, die Tiere zu beobachten.

Darauf fliegen Maja & Co. ganz besonders

Jetzt ist der Zeitpunkt, um über einen Bienen- und Insektengerechte Gartengestaltung nachzudenken. Honigbienen und Hummeln finden meist nur im Sommer genügend Nahrung. Wer die emsigen Insekten auch so früh und so lange wie möglich über das Jahr unterstützen möchte, könnte folgende Pflanzen in den Garten setzen:

Stauden: Steinkraut, Sonnenhut, Sonnenbraut, Sonnenblume, Fetthenne, Goldrute, Herbstanemone, Astern, Kugeldistel

Einjährige Sommerblumen: Mohn, Malven, ungefüllte Tagetes, Bienenfreund (Phacelia), Kosmeen, Ringelblumen

Zwiebel- und Knollenblumen: Winterlinge, Krokus, Schneeglöckchen, Zierlauch, ungefüllte Dahlien

Kräuter: Borretsch, Lavendel, Thymian, Zitronenmelisse, Salbei, Schnittlauch, Minzen, Oregano, Bohnenkraut

Gehölze: Alle Obstbäume wie Zwetschgen, Apfel-und Birnbäume, alle Beerensträucher wie Stachelbeeren, Johannisbeeren und Himbeeren, Rosen mit ungefüllten Blüten, Stechpalme (Ilex), Weißdorn, Berberitze, Liguster, Eberesche, Weide, Linde, Ahorn, Kastanie, Haselnuss, Traubenkirsche

Kletterpflanzen: Clematis, Efeu, Wilder Wein, Kletterhortensien